Stadtweites QuartiersNETZ-Treffen 2017

Ansprache von Herrn Wolterhoff (Sozialdezernent)

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor einigen Tagen bin ich in einem Interview zum 1. Mai gefragt worden, wie ich das Ruhrgebiet wahrnehme.

Ich habe geantwortet, dass ich im Ruhrgebiet die sozialen Situationen nicht klar nach Städten unterscheiden ließen, manchmal noch nicht mal nach Stadtteilen, sondern eher nach dem, was wir heute neudeutsch als Quartiere bezeichnen.

Noch deutlicher: Wenn man sich bestimmte Straßenzüge anguckt, dann kann man sagen, hier ist die Lebensqualität wirklich sehr gut und etwas weiter sieht die Situation ganz anders aus. Das heißt, ich muss sozialpolitische Aktivität auch einbetten in das, was wir Stadtentwicklung nennen, was wir Quartiersentwicklung nennen.

In der Konzeptbeschreibung des Quartiernetzes Gelsenkirchen heißt es: „Das Ruhrgebiet ist die am dichtesten besiedelte Region Deutschlands. Der demografische Wandel ist hier bereits weiter vorangeschritten als in vergleichbaren Ballungsräumen. Sinkende Bevölkerungszahlen, ein höherer Anteil älterer Menschen mit Migrationshintergrund und eine starke Bindung an Wohnviertel sind nur einige Aspekte dieser Entwicklung.“

Durch ihr Engagement, meine sehr verehrten Damen und Herren schaffen Sie, schaffen Sie sich und anderen über Quartiersnetzwerke eine zukunftsfähige Versorgungs- und Dienstleistungsstruktur für ein selbstbestimmtes Leben. Sie sind dabei selbst aktiv geworden. Ihre vielfältigen Fähigkeiten und Interessen setzen Sie zum Wohle aller im Quartier ein. Dafür danke ich Ihnen herzlich.

Das Konzept „Quartiersnetz“ verfolgt vor allem zwei Innovationsstrategien: neben einer digitale Quartiersplattform in Form technischer Innovationen gibt es eine reale Quartiersplattform in Form konkreter Unterstützungs-Beteiligungsnetzwerke.

Hervorheben möchte ich aus aktuellem Anlass ein Feld: Interessierte werden unter anderem als Technikbotschafter qualifiziert werden, so dass sie anderen älteren Menschen mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Später werden wir „neue“ Technikbotschafter vorstellen können und ihnen ihre Zertifikate über die absolvierte Weiterbildung aushändigen.

Es ist im „Projekt Quartiersnetz“ gelungen, engagierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gelsenkirchen sowie Partner aus Forschung und Dienstleistung zusammenbringen, um gemeinsam ein zukunftsweisendes Konzept für die Gestaltung des demografischen Wandels im Ruhrgebiet zu erarbeiten. Ein echter Gewinn für unsere Heimatstadt Gelsenkirchen.

Dem Ziel eines solidarischen und selbstbestimmten Lebens im Alter kommen wir damit in Gelsenkirchen jeden Tag ein Stück näher. Dies wird erreicht durch eine verstärkte Teilhabe Älterer sowie intensivere Vernetzung der Akteure in ausgewählten Wohnquartieren, aber auch mit Hilfe technischer Unterstützung.

Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für ihr bisheriges Engagement und freue mich auf dessen Fortsetzung. Uns allen wünsche ich einen erkenntnisreichen Nachmittag.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Sozialdezernent Wolterhoff

 

Einführungspräsentation

Im Anschluss folgte die Einführungspräsentation von Herrn Prof. Dr. Rüßler (Herunterladen 1,5 MB).

 

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